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Zero Waste Gardening: Der Thermokomposter verwandelt Gartenabfälle in braunes Gold

Werbung/ Nach dem unfassbar heißen Sommer muss ich meinem Komposthaufen endgültig Lebewohl sagen. Um ehrlich zu sein hat es mit uns beiden leider noch nie wirklich gut geklappt. Warum? Es ist einfach viel zu trocken in meinem Garten und die Mikroorganismen, die für die Zersetzung der organischen Abfälle zuständig sind, können nicht richtig arbeiten oder sterben komplett ab. Die Gartenabfälle bleiben also Abfälle und werden nicht zu wertvoller Komposterde umgewandelt. Auf keinen Fall möchte ich auch noch meinen Komposthaufen gießen – das kann nicht Sinn der Sache sein. Da ich langfristig keine Komposterde mehr kaufen möchte, sie aber dringend für die Bodenverbesserung in meinen Gemüsebeeten benötige, kommt nun Plan B: Der Thermokomposter!

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Argumente für einen Thermokomposter

Im Netz habe ich mich schlau gemacht, welche Alternativen es zum herkömmlichen Komposthaufen noch gibt und bin dabei mit Begeisterung auf den Thermokomposter von Neudorff gestoßen. Vielleicht denkst du dir jetzt: „Was soll denn daran nun „Zero Waste“ sein, der ist doch aus Plastik!“ Das stimmt, aber immerhin aus recycelten Kunststoffen – das finde ich ist ein guter Kompromiss, um aus meinen Gartenabfällen endlich Komposterde herzustellen. Die Vorteile, die so ein Thermokomposter mit sich bringt, möchte ich dir kurz aufzeigen:

  • der Thermokomposter ist doppelwandig isoliert und hält die bei der Zersetzung entstehende Wärme viel länger.
  • dadurch geht es auch mit der Verrottung wesentlich schneller voran, denn Wärme ist das Geheimnis hinter dem Umsetzungsprozess. Damit kommt man bereits nach 3-4 Monaten an die reichhaltige Komposterde! Im Winter stoppt selbst der Thermokomposter früher oder später die Zersetzung. Herrscht über längere Zeit Frost kriecht die Kälte in den Komposter. Aber im Frühling geht es dann wieder mit voller Power los.
  • Da das Material vom Rand her nicht so eintrocknet wie in einer offenen Kompostmieteist die Verrottung viel gleichmäßiger und man erhält am Ende einen nährstoffreichen Mulchkompost. Das bedeutet, dass kleine Äste oder Pflanzenteile noch zu erkennen sind. 
  • Die Entnahme des fertigen Substrats ist kinderleicht! Man öffnet einfach nur die untere Klappe und schon kommt einem das braune Gold entgegen!
  • Da die Kompostierung viel schneller geht als in einer offenen Kompostmiete, brauche ich auch nicht so viel Platz.
  • Aufwändiges Umsetzen fällt weg. Allerdings sollte man im Verlauf der Kompostierung das Material mit Hilfe einer Mistgabel durchmischen. Dadurch kann man sehen, ob es trockene Nester gibt oder ob der Kompost zu nass ist und entsprechend gegensteuern.

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Der ideale Standort

Bei dieser Art der Kompostierung ist es nicht so wichtig, wo der Komposter aufgestellt wird. Zu viel Sonne sollte er aber nicht abbekommen – ein halbschattiges Plätzchen ist ideal. Ich persönlich habe darauf geachtet, dass er schnell zu erreichen ist, man von mehreren Seiten an ihn ran kommt und er ein wenig versteckt liegt. Er riecht zwar nicht, aber rein optisch ist so ein Thermokomposter nicht wirklich ein Hingucker.

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Futter für den Thermokomposter

Damit unten zur Klappe etwas Gutes herauskommt, muss oben das Richtige rein – du bist was du isst gilt ganz besonders für den Komposthaufen! Vor allem jetzt im Herbst fallen sehr viele Gartenabälle an. Ich gebe beim ersten Befüllen einen natürlichen Kompoststarter mit hinzu. Wer darauf verzichten will kann sich vom Nachbarn einige Eimer voll Komposterde holen und diese unter die Gartenabfälle mischen. So wird der Verrottungsprozess schneller gestartet.

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Das wandert alles in meinen Komposter

  • Laub von Obstbäumen oder Büschen.
  • Reste aus den Gemüsebeeten wie z.B. Tomatenpflanzen die noch kleingeschnitten werden.
  • Eierschalen: diese zerbrösele ich so gut es geht
  • Rasenschnitt: frischer Rasenschnitt fault sehr schnell. Wenn er überhaupt, dann sollte er vorher leicht angetrocknet sein und auch nur in kleine Mengen hinzugegeben werden.
  • Kaffeesatz: diesen trockne ich und streu ihn dann gleichmäßig über den Kompost.
  • Teebeutel: nur ohne Metallklammer.
  • Küchenabfälle: Gemüseschalen oder Apfelputzen.
  • Äste bzw. Rückschnitt muss vorher ordentlich zerkleinert werden. Hier bietet sich ein Häcksler an. Nur dann zersetzt sich das Material auch schnell und gleichmäßig.

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Grundsätzlich sollte alles, was in den Komposter wandert, klein gemacht werden. Nur dann können die fleißigen Mikroorganismen die Materialien auch schnell verwerten. Ein Häcksler ist hier praktisch. Ansonsten kann man auch mit dem Rasenmäher über Heckenschnitt oder Himbeerruten fahren.

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Du kommst hier nicht rein!

Es gibt auch organische Abfälle, die nicht indem Komposter sollten, da sie schlecht verrotten oder Ungeziefer anziehen, wie:

  • Fleischprodukte
  • Zitrusfrüchte
  • Bananenschalen
  • sehr große Kerne, wie die von Mangos oder Avocados
  • ungeliebte Beikräuter wie Girsch oder Löwenzahn, wenn die Wurzeln mit dabei sind. Auch Unkräuter, die schon Samen gebildet haben, bleiben draußen. 

Ist der Komposter voll (mein Exemplar fasst 530 Liter) heißt es abwarten. Rund 3 bis 4 Monate dauert es, bis das braune Gold zum Vorschein kommt. Damit das auch eintritt, gilt es im Vorfeld alles richtig zu machen und sich um den Kompost zu kümmern – einfach alles reinwerfen und hoffen, dass Gold daraus wird klappt leider nicht. Ein Kompost braucht schon ein wenig Pflege, wie unsere Pflänzchen eben auch 🙂

thermokomposterFotos by Tim Sonntag

Kategorien Fräuleins Garten Gartentipps

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3 Kommentare zu “Zero Waste Gardening: Der Thermokomposter verwandelt Gartenabfälle in braunes Gold

  1. Ich habe den Komposter auch seit Juni im Garten stehen. irgendwie sind wir uns aber noch nicht ganz grün. Man sollte den Komposter am besten immer sofort komplett befüllen, ich habe das Problem, dass ich nicht genug Material und das Gefühl habe, dass alles schneller verschwindet, als ich es reinwerfen kann. Kaum habe ich den Komposter zur Hälfte befüllt, ist er zwei Tage später schon wieder fast leer. 🙂

  2. …einem Kompost muss man in heissen,trockenen Sommern ab und an eine Kanne Wasser gönnen und eine Schicht Komposterde(den Gartennachbar fragen wenn man selbst keine Erde hat) um den Kompost mit kleinen Tierchen zu „impfen“,dass hat bei mir gut geklappt!

  3. vielen Dank für die wertvollen Tipps. Wir versuchen nun schon im dritten Jahr Komposterde herzustellen – vielleicht klappt es ja nun endlich 😉

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