Zwischen den Jahren

Ihr Lieben! Zum letzten Mal in diesem Jahr melde ich mich aus Louisgarde mit Neuigkeiten aus der Gärtnerei. Ich bin Garten Fräuleins Schwester und freue mich darauf, euch auch im neuen Jahr wieder an jedem letzten Sonntag im Monat mitzunehmen zu diesem schönen Fleckchen Erde, an dem ich leben und arbeiten darf.

Etwas Ruhe für Gärtner & Garten

Dieses Jahr kommen wir aus diversen Gründen zwar nicht dazu, die Rauhnächte richtig zu zelebrieren wie letzten Winter, aber wir lassen es fast zwei Wochen lang tatsächlich etwas ruhiger angehen – obwohl unter anderem unser Glashaus nach einer Aufräumaktion schreit, wie ihr hier sehen könnt.

In den Gewächshäusern steht nur noch der Feldsalat und ein paar andere Wintergemüse, und auch die Büroarbeit ruht in diesen Tagen – naja, fast, denn die Buchhaltung des letzten Quartals will bald gemacht sein. Aber wir nehmen uns die Zeit und gehen mit duftendem Räucherwerk über die Felder, um ein sichtbares Zeichen zu setzen für die Dankbarkeit, die wir empfinden, wenn wir an all die Blüten und Früchte denken, die die Natur dieses Jahr trotz der widrigen Bedingungen hervorgebracht hat. Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass schon jetzt die Knospen fürs neue Jahr zu sehen sind? Schon als im Herbst die Bäume die Blätter abgeworfen haben, habe ich bereits neue Knospen entdeckt.

Und wir gehen in den Wald und hängen für die Vögel Hirse auf, die im Sommer auf unserem Feld gewachsen ist. Der große Büschel, der vor unserem Küchenfenster hängt, sieht bei Nacht zugegebenermaßen etwas unheimlich aus 😉Auch das Gemüse-Abo und unser Marktstand an der Waldorfschule haben Pause. Mit unserem Markt haben wir wirklich Glück, einerseits, weil wir jetzt im Winter in der Schule stehen dürfen und andererseits, weil wir die einzigen mit unserem Stand dort sind. Wir kommen nun schon über 20 Jahre freitags nach Würzburg. Der Markt ist für den Gärtner etwas Besonderes, er hat hier den direkten Draht zum Kunden. Und da gibt es schon ein paar ganz besondere unter ihnen… langjährige Kunden, die in unserer Einkaufsgemeinschaft sind; einer von ihnen kommt manchmal zu uns auf den Hof und hilft beim Ernten oder beim Pflanzen und bekommt dafür Frisches vom Feld. Eine andere Kundin hakt wirklich jedes Mal nach, ob das Obst auch gut saftig ist und die Pilze aus Deutschland kommen. Und ob das wirklich die mehligen Kartoffeln sind, die wir ihr gerade verkaufen 🙂 Und eine Kundin gibt es – unsere beste übrigens, sie kann sich das erlauben – die wie selbstverständlich hinter den Tisch kommt und ihre Sachen eigenhändig auf die Waage legt. Das amüsiert und freut uns gleichermaßen, denn genau davon lebt der Markt, von diesen besonderen Menschen, die wir jeden Freitag wiedersehen und die uns bei einem Schwätzchen an ihrem Leben teilhaben lassen und die interessiert sind an unserem.

Helfende Hände

Auch unsere Gärtnerei und dieser Platz hier lebt ganz viel von den Menschen, die diesen Ort besuchen. Es kommen Leute jeden Alters und von überall auf der Welt über die internationale Plattform WWOOF zu uns (wir sind Hof Nr. 33 in Baden-Württemberg). Sie möchten eine Auszeit von ihrem Alltag, sind auf der Suche nach einer neuen Richtung in ihrem Leben oder reisen einfach und wollen in ihrem Gastland die Menschen und deren Leben im Alltag kennenlernen und sich sinnvoll helfend betätigen. Sie arbeiten mit uns und dürfen dafür bei uns wohnen und essen. Und der schweizer Uhrmacher, der letztes Jahr hier war, war hocherfreut über unser historisches Uhrwerk, das man noch per Hand aufzieht 🙂

Zur Zeit läuft auch unsere Bewerbung als Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr, das für junge Menschen nach dem Schulabschluss eine Zeit des Sich-Findens und der Orientierung sein kann.

Falls für euch weder das eine noch das andere in Frage kommt und ihr trotzdem gern mal mithelfen möchtet auf einem Hof oder in einer Gärtnerei wie der unseren, schaut doch einfach mal, ob es vielleicht eine Solidarische Landwirtschaft in eurer Nähe gibt oder fragt einfach bei einem sympathischen Hof in eurer Nähe an, ob die Menschen dort im Tausch gegen ein bisschen frisches Gemüse eure Hilfe brauchen können, so wie es unser Marktkunde Leon bei uns gemacht hat.

Euch allen wünsche ich einen ruhigen Übergang ins kommende Jahr. Auf dass es viel Gutes, Wahres und Schönes für euch bereit halte.

 

 

Kategorien Allgemein Hofliebe

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Melanie

über

Melanie ist die große Schwester des Garten Fräuleins. Beide hat die Kindheit auf dem Land sehr geprägt. Mittlerweile lebt und arbeitet Melanie auf dem Demeterhof Louisgarde in Baden Württemberg. Ihren früheren Bürojob hat sie vor langer Zeit an den Nagel gehängt und damit ein neues naturverbundenes Leben begonnen.

2 Kommentare zu “Zwischen den Jahren

  1. Ich wünsche euch einen guten Rutsch und ein gesundes, erfolgreiches Jahr. LG Oliver

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