Die Rettung der grünen Tomaten

Liebe Leser! Hier meldet sich wieder Fräuleins Schwester. Für diejengen unter euch, die mich noch nicht kennen: Ihr könnt hier jeden letzten Sonntag (diesmal ausnahmsweise Mittwoch) im Monat über mein Leben und Arbeiten auf dem Hof Louisgarde in der Nähe von Würzburg erfahren. Ich freue mich, dass ich einiges mit euch teilen darf und dass ihr so interessiert seid.

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Gezeiten im Erdkeller

Ein guter Freund hat versucht, mir die Gezeiten zu erklären, er sprach von Gravitationsflutwellen und Fliehkraftflutwellen… so ganz begreifen kann ich es noch immer nicht, warum wir und unser Gemüse nicht von der Fliehkraft von der Erde geschleudert werden. Bei uns braucht es weder Mond noch Sonne (die übrigens auch einen Einfluss auf Ebbe und Flut hat), sondern einfach nur einen Schlauch. Wir haben letztens den Erdkeller geflutet, in dem die Roten Beten lagern; wir hatten festgestellt, dass sie teilweise lummelig waren und hoffen, dass sie durch die erhöhte Luftfeuchte nochmal ein bisschen knackig werden. Sie kamen schon viel zu trocken aus der Erde und im Keller war es lang nicht wirklich kalt. Wurzelgemüse braucht es feucht und kühl, man kann es zum Beispiel auch in einer Erdmiete oder in einer Wanne mit feuchtem Sand lagern, wenn man guckt, dass kein Frost ans Gemüse kommt. Die Trockenheit hat uns bis in den Oktober hinein begleitet, wir haben auch draußen auf dem Feld noch immer bewässert, erst jetzt fangen wir an, die Pumpe einzuwintern und die Rohre einzusammeln.

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Es wird leer auf dem Feld

Auf dem Feld steht nun nicht mehr viel; der Mangold verträgt niedrige Temperaturen, wird aber wahrscheinlich nach der Ernte diese Woche nicht mehr stark nachwachsen. Rot- und Weißkohl haben wir geerntet und ein Großteil kommt gleich in die Abokisten. Auch den ersten Grünkohl gab es schon, auf den wartet meine Schwester immer besonders sehnsüchtig. Solange die Temperaturen noch höher waren, haben wir die abgeernteten Flächen mit Gründüngung eingesät, damit sie nicht einfach brachliegen. Ackerbohne oder Luzerne und Kleegrasmischungen sind da geeignet. Eine Durchwurzelung ist immer gut für den Boden und Leguminosen wie Bohne, Luzerne und Klee reichern zudem wertvollen Stickstoff in der Erde an.

Wisst ihr, was das hier für eine interessante Wurzel ist, die ich da aus der Erde geholt habe? Sie ist seid April gewachsen und ist noch immer nicht fertig… Beim nächsten Mal gibts die Auflösung 😉

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Die Rettung der grünen Tomaten

Auch in den Gewächshäusern wird es nun leer – erst mal… denn wir brauchen Platz für den Feldsalat, der übrigens  im Freiland notfalls sogar den Winter überdauert und im zeitigen Frühjahr einfach weiterwächst. Ich habe die Tomaten von den Beeten geholt und habe mich im Stillen bei ihnen für die unzähligen guten Früchte bedankt, die sie uns den Sommer über geschenkt haben. Die noch grünen Tomaten lassen wir nachreifen und aus einem Teil habe ich Chutney gemacht nach einem Rezept meiner guten Freundin Mascha vom Grenzer Ökohof bei Rostock. Falls ihr auch grüne Tomaten habt, die es zu retten gilt, hier ist es:

  • 750g Zwiebeln klein schneiden und in einem großen Topf glasig dünsten – Rote sind hübsch
  • 1,5kg grüne Tomaten und ein paar orangene 🙂 klein schneiden und ebenfalls in den Topf geben
  • 200g Zucker
  • 350ml Weinessig
  • 1 EL Salz
  • ½ EL Currypulver
  • 1 EL Senf
  • 1 TL Pfeffer
  • 1 EL Senfkörner
  • Einmachgewürz und Backpflaumen (ich habe getrocknete Datteln genommen) nach Belieben dazugeben und das Ganze mindestens 1 Std. köcheln lassen, auf jeden Fall aber so lange, bis es die gewünschte Konsistenz erreicht hat, die man später aus dem Glas holen möchte.

Ich habe Schraubgläser im Ofen bei 100°C vorgeheizt und das noch heiße Chutney abgefüllt. Das macht ihr am besten mit einem Trichter mit großer Öffnung, denn der Glasrand sollte schön sauber bleiben, damit das Chutney lange hält.

Ich wünsche euch einen goldenen Gartenherbst. Ihr müsst euch übrigens nicht zu viel Mühe geben beim Aufräumen eures Gartens, eure tierischen Mitbewohner werden es euch danken; ein Haufen mit Totholz oder Laub bietet verschiedenen Tierchen Unterschlupf im Winter. Auch abgeblühte Blumen könnt ihr einfach mal stehen lassen, es gibt Vögel, die zum Beispiel von Sonnenhut, Distel und wilder Karde gern die Samen picken.

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Kategorien Hofliebe

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Melanie

über

Melanie ist die große Schwester des Garten Fräuleins. Beide hat die Kindheit auf dem Land sehr geprägt. Mittlerweile lebt und arbeitet Melanie auf dem Demeterhof Louisgarde in Baden Württemberg. Ihren früheren Bürojob hat sie vor langer Zeit an den Nagel gehängt und damit ein neues naturverbundenes Leben begonnen.

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