Hofliebe im September: Sommer im Glas

Liebe Leser! Es ist kaum zu glauben, vier Wochen sind schon wieder um und ich berichte euch heute, wie jeden letzten Sonntag im Monat, was in unserer Demeter Gärtnerei so los ist. Ich bin Garten-Fräuleins Schwester Melanie und uns verbindet unter vielem anderen die Liebe zur Natur und zum naturnahen Leben, an dem wir euch teilhaben lassen wollen.

Mittendrin im Herbst
Fast komme ich mir ein bisschen räuberisch vor, wenn ich das abgeräumte Kürbisfeld sehe und die leergepflückten und -geschüttelten Apfelbäume, die bis vor kurzem noch schwer getragen haben unter ihrer wunderschönen Last.

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Wir stecken nun mittendrin in der Herbsternte; Birnen, Rote Beten und bald auch der späte Knollensellerie sind reif. Das Laub der Kürbisse ist zur Reife hin langsam abgestorben, der Walnussbaum lässt seine Früchte fallen. Im Gewächshaus haben wir schon das Auberginenbeet abgeräumt, um dem Feldsalat Platz zu machen, der ab jetzt nicht mehr draußen gepflanzt wird. Er ist zwar frosthart, aber wir könnten ihn dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr ernten, weil er erst im Frühling weiterwachsen würde, wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen. Bei all dem wird mir wieder einmal deutlich, dass alles vergänglich ist und seinen unaufhaltsamen Gang geht.

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Doch auch viel Freude macht unsere Herbststimmung aus: Freude über Kürbissuppe und Rote Bete aus dem Ofen, Freude über die Freude unserer Kunden ob der vielen guten Sachen und über den fruchtigen Apfelsaft. Wir achten besonders darauf, dass die Äpfel keine faulen Stellen haben und dass sie zeitnah zum Pressen gesammelt werden. Wir bringen sie dann in eine kleine Mosterei in der Nähe, wo sie schonend zu Saft gemacht werden, es sollen so viele wertvolle Stoffe wie möglich erhalten bleiben. Von den entzündunghemmend wirkenden Polyphenolen ist in unseren alten Sorten Brettacher, Boskoop und Goldparmäne besonders viel drin, viel mehr als in modernen Züchtungen. Das ist Sommer in der Flasche 🙂

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Sommer im Glas
Stellt euch vor, ich habe dieses Jahr das erste Zwetschgenmus meines Lebens gemacht. Und noch mehr Sommer im Glas gibt es: Ich liebe getrocknete Tomaten in Öl und da wir viel von der Pizzatomate San Marzano haben, wollte ich auch das ausprobieren.
Es ist ganz einfach, so gehts:

Die Tomaten der Länge nach halbieren, den Strunk herausschneiden und die Kerne entfernen.

Mit der Schnittstelle nach oben auf ein Backblech legen, nach Geschmack etwas einsalzen.

Einen Kochlöffel in die Backofentür klemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann und die Tomaten bei ca. 80°C Ober-/Unterhitze ca. 7 Stunden trocknen; es kommt hier etwas auf die Größe und Dicke der Tomaten an. Sie sind fertig, wenn sie eine zähe Konsistenz haben und keine Flüssigkeit mehr austritt.

Einen Sud aus 35ml Essig, 375ml Wasser und 100ml Weißwein aufkochen und die Tomaten darin 15 Minuten ziehen lassen.

…anschließend abgießen und 1-2 Std. abtropfen lassen.

Die Tomaten in saubere, ausgekochte Gläschen geben, etwas Knoblauch und (getrocknete) Kräuter nach Wahl dazu geben und die Gläser mit Olivenöl oder auch einem neutralen Öl wie Sonnenblumenöl auffüllen.

Die Tomaten sind vielseitig verwendbar: In Dips, in Salaten und Saucen oder im selbstgebackenen Baguette. Ich lege sie mir gern aufs Käsebrot und nasche sie durchaus auch einfach pur aus dem Glas 🙂 Angeblich sind sie so in Öl eingelegt über Monate haltbar, hier fehlen mir allerdings noch die Erfahrungswerte. Sie können auch im Dörrautomat getrocknet werden, doch auch hier fehlt die Erfahrung und die entsprechende Gerätschaft 😉

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Übrigens sind nun auch die Samen der Möhre Gochsheimer Gelbe komplett abgeerntet; wir haben uns das erste Mal in Saatgutvermehrung versucht. Die Samenstände liegen in Kisten im kühlen, trockenen Treppenhaus und wir werden sehen, wie wir sie reinigen können. Schaut mal, wie hübsch igelig sie aussehen.

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Ich bin schon gespannt, was ich euch im Oktober zu berichten habe. Bis dahin wünsche ich euch allen eine reiche, dankbare Erntezeit. Falls ihr keinen Garten habt, in dem ihr „wirklich“ ernten könnt, wäre jetzt vielleicht eine gute Möglichkeit, langsam zur Ruhe zu kommen und schon ein Stück weit auf das bis jetzt vergangene Jahr zurückzublicken: Was haben wir im Innen gesät und was können wir ernten? Was wächst vielleicht noch ein bisschen? Ein Erntedank der anderen Art sozusagen.

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Melanie

über

Melanie ist die große Schwester des Garten Fräuleins. Beide hat die Kindheit auf dem Land sehr geprägt. Mittlerweile lebt und arbeitet Melanie auf dem Demeterhof Louisgarde in Baden Württemberg. Ihren früheren Bürojob hat sie vor langer Zeit an den Nagel gehängt und damit ein neues naturverbundenes Leben begonnen.

6 Kommentare zu “Hofliebe im September: Sommer im Glas

  1. Vielen Dank für deinen tollen Beitrag, so lecker wie du alles angepriesen hast bekomme ich gleich mega Hunger. Am liebsten erstmal ein Glas von den leckeren Tomaten auf einmal verputzen. Wir reparieren grad unsere Ölpresse und dann machen wir Walnußöl. Bin schon gespannt. Ich wünsche euch noch einen schönen Herbst. LG Oliver (dein Stammleser) 🙂

    • Melanie

      Ich danke dir, Oliver. Und ich freue mich, dass ich einen Stammleser habe 🙂 Das klingt sehr interessant, die Sache mit dem Walnussöl. Auch euch farbenfrohe Herbsttage!

  2. Hmmm, du Liebe, ich liieeeebe eingelegte Tomaten. Am allerliebsten würde ich jetzt dieses Glas aus dem Bildschirm fischen.
    Hab eine feine Zeit und lass dich umärmeln
    Elisabeth

    • Melanie

      Liebe Elisabeth, da musst du dir wohl auch ein paar einlegen. Nur für den Fall, dass du das Glas nicht aus dem Bildschirm kriegst 😉 Eine gute Zeit dir mit leckeren Sachen direkt vor deiner Nase 🙂

  3. Liebe Melanie ! Dein Bericht war wieder erfrischend, informativ und „furchtbar“ lebendig ! Danke dafür !
    Das Trocknen der tomaten hast Du so praktisch erklärt, daß ich morgen am liebsten anfangen würde damit. Nun, ich muß bis donnerstag warten, dann ist Markt bei uns und meine Dresdner Gärtnerin wird wohl ein paar Kilos von ihren leckeren Tomaten für mich haben vielleicht mache ich ein paar Gläschen Anitpasti davon.
    Das Bild mit den Möhrensamen könntest Du bei einem Fotowettbewerb einreichen. Nicht nur wegen der Samen, sondern wegen der Gärtnerhand, auf der sie liegen. Echt gekonnt dieses Foto !
    Die „Dresdner“ Gärtnerin ist übrigens hierher ins Allgäu ausgewandert und mit ihren alten Gemüsesorten (z.b. verschiedene Beete, von denen ich Rohkost mache) bei den Kunden äußerst willkommen. außerdem kaufen ganz viele ihre Gemüsepflanzen bei ihr. Toll, wie sie immer in ihren Bergschuhen über die Kisten mit den Setzlingen steigt. Jetzt habe ich eine asiatische Salatmischung von ihr im Hochbeet. Echt lecker. Rapunzelsalat(Feldsalat) habe ich selbst ausgesät. Kommt sehr gut.
    Das Gartenjahr hat bestimmt noch viel Arbeit und da wünsche ich dir eine gute Handcreme für Deine Hände !
    Bis bald und herzliche Grüße aus dem Algäu von sibylle.
    P.s.: Samstag gibt es bei uns einen Schmalzmarkt. nichts für Veganer, aber es wird auch viel Pflanzliches angeboten !

    • Melanie

      Liebe Sibylle, die Dresdner Gärtnerin klingt spannend… ja, es gibt so Unikate, die sind an sich schon Anziehungspunkt, und wenn sie dann noch tolle Sachen am Stand haben, ist das perfekt 🙂
      Vielen Dank für das Kompliment; meine Gärtnerhand hat vorher Tomaten ausgegeizt. Die sind mittlerweile übrigens so hoch, dass wir mit der Leiter ernten. Ich wünsche dir einen tollen Herbst und viel Freude beim Einkaufen, Einlegen und Genießen 🙂

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