Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll zu erzählen, denn seit ein paar Tagen ist die Landesgartenschau in Würzburg eröffnet. Für mich als Garten Fräulein ist das sowas wie für Sportler die Teilnahme an Olympia. Es ist schon echt spannend, von Anfang an ein Teil von solch einem großen Projekt zu sein. Noch dazu entsteht, ähnlich wie bei Olympia, ein komplett neuer Stadtteil rund um das Gartenschaugelände. Aber nun mal ganz von Anfang an.

Bereits seit langer Zeit bin ich aktives Mitglied der Urban Gardening Gruppe „Stadtgärtner Würzburg“. Uns geht es darum, die Stadt grüner, bunter und essbarer zu machen und mit unseren Ideen möglichst viele Menschen zu begeistern und anzustecken. Bereits vor rund zwei Jahren sind die Veranstalter der Landesgartenschau auf uns zugekommen, was uns natürlich sehr geehrt hat. Nach mehreren Treffen war klar, dass wir uns nicht nur als Ideengeber einbringen dürfen, sondern tatsächlich eine eigene Gartenfläche gestalten dürfen. Schnell war klar, dass wir das nicht allein meistern können und außerdem gibt es ja noch weitere grüne Initiativen in Würzburg, die dafür prädestiniert sind. Darum haben wir uns mit dem Campus Garten der Uni Würzburg zusammen getan. Das preisgekrönte Projekt habe ich euch in dem Beitrag bereits ausführlich vorgestellt.  Das am Ende so ein bombastischer Garten aus unserer Zusammenarbeit wird, damit  hätte wohl keiner von uns gerechnet!

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Unser Projekt – die Stadtgartenschau 
Wie lässt sich das Leben in der Stadt grüner, vielfältiger und gesünder gestalten? Genau dieser Frage gehen wir mit unserem Gemeinschaftsprojekt „Stadtgartenschau“ auf kreative und unkonventionelle Art und Weise nach. Als Testlabor dient uns eine etwa 1.800 Quadratmeter große Fläche inmitten der Landesgartenschau Würzburg. Hier wollen wir zeigen, wie man mit einfachsten Mitteln ein grünes Paradies für Menschen, Tiere und Pflanzen schaffen kann. Für die Gestaltung des Gartens standen uns lediglich 5.000€ zur Verfügung und wahnsinnig viel Herzblut. Aus vermeintlichen Abfällen der umliegenden Baustellen haben wir z.B. unsere Hochbeete zusammengezimmert. Die Hecke entstand aus Bäumen, die auf dem Gelände gefällt wurden und da der Boden extrem steinig ist war schnell klar, was uns als Wegbegrenzung dient.

So entstand der Garten Stück für Stück
Bereits vor über einem Jahr haben die ersten Arbeiten auf der Fläche begonnen. Rund 30 Leute haben sich immer wieder an den unterschiedlichsten Aufgaben beteiligt. So richtig zur Sache ging es dann ab September 2017. Lediglich für die ersten groben Modelierungsarbeiten stand uns ein kleiner Bagger zur Verfügung. Ansonsten war alles reine Handarbeit. Bei dem extrem lehmigen und steinigen Boden kein großes Vergnügen. Dann kam auch schon der Winter, doch eine Pause konnten wir uns aus zeitlichen Gründen einfach nicht leisten. Ganz im Gegenteil jeder Samstag war für einen Arbeitseinsatz reserviert. Doch auch jede Menge Organisatorisches, wie die Beschilderung, Flyer, die Organisation der Materialien standen auf unserem Zettel. Was waren wir froh, als die Tage endlich länger wurden und wir dadurch auch unter der Woche mehr tun konnten. Doch ausgerechnet in diesem Jahr wollte das Frühjahr einfach nicht kommen – wir hatten den kältesten Frühling in Unterfranken seit 138 Jahren. Lange habe ich gedacht, dass wir es bis zur Eröffnung nicht ordentlich hin bekommen. Doch dann kam ein Tag, an dem uns eine Berufsschulklasse der Garten- und Landschaftsbauer unterstützt hat. Die 25 Jungs haben ihren Projekttag auf unserer Fläche verbracht und waren nicht „kaputt zu kriegen“! Sie haben an diesem Tag wirklich soviel voran gebracht. Danach war ich wahnsinnig erleichtert und ziemlich sicher, dass wir nun rechtzeitig mit den gröbsten Gestaltungselementen fertig werden. Natürlich lag immer noch jede Menge vor uns, aber wir haben es tatsächlich alles noch hinbekommen.

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Gemeinschaft schafft alles!
Egal wie kalt der Wind über die exponierte Fläche gezogen ist und wie heftig der Frost war – uns konnte das bitterkalte Frühjahr nicht unterkriegen. Steine schleppen ging bei jedem Wetter. Gefühlt haben wir jeden der unzähligen Steine mindestens einmal in den Händen gehalten und von A nach B getragen. Ein warmer Kaffee und ein selbst gebackener Kuchen haben jedesmal erheblich zur Besserung der Stimmung beigetragen. Was mich jedoch jedesmal wieder zu einem Arbeitseinsatz in den Garten gelockt hat, war und ist die Gemeinschaft.

Workshops und Vorträge
Der Großteil der Arbeit ist nun erledigt. Klar, es muss fleißig gegossen und gepflanzt werden, aber auch die Erholung darf jetzt nicht zu kurz kommen :-)  Zur Eröffnung der Landesgartenschau war es schon ein ganz besonderes Gefühl, die ersten Besucher interessiert über unsere Gartenfläche flanieren zu sehen. Die Gespräche und die positiven Rückmeldungen sind eine total schöne Belohnung für unsere Arbeit. Die Besucher der Landesgartenschau können bei uns aber nicht nur auf den Palettenmöbeln in der Sonne sitzen, sondern sich auch Vorträge oder Workshops anhören. Dazu findet ihr auf Facebook unser Veranstaltungsprogramm.

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Nicht nur die Menschen dürfen es sich in unserem Garten gemütlich machen. Für Insekten haben wir reichlich Hotels aufgestellt.

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Nach der Gartenarbeit gibt es eine Erfrischung in der Wanne :-) Das ist unsere etwas andere Wassertonne.

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Der urbane Charakter unseres Gartens wird durch das besprühte Gebäude noch unterstrichen.

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Unser Garten ist noch lange nicht fertig. Bei unzähligen Workshops und spontanen Arbeitseinsätzen dürfen uns die Besucher gerne helfen und richtig mit anpacken. Hier entsteht demnächst noch ein Schlüssellochbeet.

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Unser Beitrag zum Dieselskandal oder doch zum Autonomen Fahren?! Wir sind für Pflanzen am Steuer :-)

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Sitzmöbel können auch mal ganz anders aussehen – das hier sind ehemalige Kabelrollen, die uns nun als Tische und Stühle dienen.

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Kreative Pflanzgefäße dürfen nicht fehlen!

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Hier kann man sich schon bald ein Päckchen mit einer Saatgutmischung aus dem Automaten ziehen. Kaum einer der Besucher kann ohne ein Schmunzeln an dem Automaten vorbei gehen :-)

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Den Salat haben wir, so wie unsere anderen Gemüsepflanzen, bereits in den Wintermonaten  in einer Gärtnerei großgezogen.

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Hier wächst Urgetreide. Bis vor rund einer Woche war davon noch nichts zu sehen und nun sieht man jeden Tag, wie es ein Stückchen größer wird!

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Auch unser Garten ist leider nur auf Zeit angelegt. Zum Ende der Landesgartenschau muss alles wieder weichen. Doch so ganz kampflos werden wir unseren Garten nicht aufgeben. Mal schauen, ob wir nicht doch noch mit der Stadtverwaltung über eine Lösung sprechen können.

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