/ In Zusammenarbeit mit NABU e.V./ Was wären unsere Gärten ohne die vielen kleinen und großen Vögel?! Ehrlich gesagt würde es mir in meinem Garten nur halb so viel Freude machen. Gerade dieses Frühjahr nehme ich das aufgeregte und fröhliche Gezwitscher meiner gefiederten Freunde ganz besonders deutlich wahr. Vielleicht, weil wir wirklich lange auf den Frühling warten mussten und wir daher allesamt völlig außer Rand und Band sind. Ab und zu muss ich wirklich schmunzeln, wenn die Amsel mal wieder aufgebracht schimpft oder sich die Elstern gegenseitig necken. Sie zu beobachten macht wirklich Spaß und ich freue mich immer sehr, dass nicht nur ich mich in meinem Gärtchen so wohl fühle.

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Die Stunde der Gartenvögel
Bald schon nehme ich mir gleich eine ganze Stunde lang Zeit, um nichts anderes zu tun, als die unterschiedlichen Vogelarten in meinem Garten zu beobachten. Vielleicht habt ihr ja Lust mitzumachen? Vom 10.05 bis 13.05.2018 ruft der NABU nämlich zu Deutschlands größter Vogelzählaktion auf. Durch das verlängerte Wochenende kann man garantiert mal eine Stunde abzwacken und sich mit einem Glas Minzwasser in den Garten oder auf den Balkon setzen und die unterschiedlichen Vögel zählen.

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Warum ist die Aktion so wichtig?
Das Ziel von der „Stunde der Gartenvögel“ ist ein deutschlandweites und möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu erhalten. Dabei geht es nicht um exakte Bestandszahlen aller Vögel, sondern vielmehr darum Anteile und Trends in unserer Vogelwelt zu ermitteln. Die Masse an Teilnehmern macht´s also :-) Nur wenn möglichst viele von uns tätig werden, lassen sich neue Erkennntnisse zur Entwicklung der unterschiedlichen Vogelarten treffen. Das kann von Region zu Region ganz unterschiedlich sein. Die sehr interessanten Ergebnisse der vergangen Jahre könnt ihr euch auf dieser Seite hier ansehen. Dass es uns in Würzburg an Amseln nicht mangelt ist also keine Einbildung sondern eine Tatsache. Erstaunlich fand ich allerdings, dass es echt viele Blesshühner in meiner Region gibt – gesehen hab ich nämlich noch keines. Aber scheinbar haben andere aufmerksame Beobachter dafür jede Menge gesehen!

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Wo wird gezählt?
Im Garten, am Balkon, im Innenhof, im Stadtpark nebenan oder auch auf Friedhöfen. Egal ob auf dem Land oder mitten in der Großstadt – mitmachen kann wirklich jeder von euch! Damit die Ergebnisse später auf die entsprechenden Gegenden, also  Städte und Dörfer, bezogen werden können, heißt das: Bitte wirklich nur dort aktiv werden und nicht im Wald oder auf dem Feldweg die Vögel zählen.

Wie zählt man richtig?
Beim Zählen wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert. Wenn also Frau Meise gemeinsam mit ihrer Freundin im Garten auftaucht kreuzt man Kästchen 1 und 2 an. Wenn dann 15 Minuten später vier Meisen gleichzeitig auftauchen, kreuzt man bis zum Feld 4 an, nicht bis 6. Es geht nicht darum aufzuaddieren sondern darum, die höchste Anzahl an einer Vogelart, die man in einer Stunde sieht aufzuschreiben. Am besten, ihr schaut euch das mal hier in der Zählhilfe an. Es ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick vielleicht klingen mag.

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Wann ist der beste Zeitpunkt um Vögel zu beobachten?
Wie ihr euch ja denken könnt sind Vögel Frühaufsteher.  Mit den ersten Sonnenstrahlen stehen sie auf der Matte. Nicht umsonst gibt es den Spruch „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Ich dagegen bin Spätaufsteher und verzichte gerne auf den ein oder anderen Wurm  :-) Am meisten Betrieb herrscht ab Sonnenaufgang und rund zwei Stunden danach. Im Augenblick ist das von 5:45 bis 7:45 Uhr. Zu dieser Zeit stehen die Vögel auf und singen erstmal eine Runde, um dadurch ihr Revier abzustecken oder weil sie noch auf Partnersuche sind. Wäre ich ein Vogel würde ich also keinen abbekommen *hihi*. Nachdem morgens ausgiebig gezwitschert wurde gibt es erstmal Frühstück und die Vögel begeben sich auf Futtersuche und verlassen dazu ihr Revier. Nach einem kleinen Mittagsschläfchen starten sie dann gut erholt nochmal voll durch. Ab Nachmittags um ca. 16 Uhr ist dann auch nochmal ein idealer Zeitpunkt für die Beobachtung. Was für ein Glück für mich!

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Der Amselmann zeigt mir die kalte Schulter. Nehmt doch zum beobachten euch eure Kamera oder das Smartphone mit! Eure Schnappschüsse könnt ihr nämlich unter dem Hashtag #stundedergartenvoegel mit allen anderen Vogelfreunden teilen. Diese erscheinen dann hier auf dieser Seite.gartenvoegel-12

So kann man sich vorbereiten
Ehrlich gesagt bin ich jetzt nicht gerade der Vogelkenner schlechthin.  Spatz, Amsel und Schwalbe erkenne ich gerade noch aber bei Grünfink, Mauersegler oder Buchfink hört es dann auch schon auf. Darum schau ich mir im Vorfeld alle Vogelarten ganz genau an und nehme auch ein Vogelbeobachtungsbuch mit in meinen Garten. Auf dem Meldebogen zur Aktion sind zum Glück nochmals die Bilder der gängigsten Vogelarten aufgelistet. Diesen habe ich mir bereits kostenlos heruntergeladen und ausgedruckt. Da es nicht um eine exakte Studie geht braucht man wirklich keine Angst haben, falls man den Feldsperling mal mit dem Haussperling verwechselt. Es geht bei der Zählung um´s große Ganze, um Entwicklungen und Trends. Ist doch toll, dass man dabei mithelfen kann oder?!

Jetzt mal Hand auf´s Herz, man ist ja schon stolz, wenn man bei sich am Balkon plötzlich ein Vogelnest im Stahlträger entdeckt oder sich im Garten unzählige Vögel tummeln. Damit sich unsere gefiederten Freunde auch weiterhin pudelwohl fühlen möchte ich euch noch einige Tipps für einen vogelfreundlichen Garten mit an die Hand geben.

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Wie immer gilt: Die Vielfalt macht´s! Bevor man überhaupt daran denkt, eine Nisthilfe aufzuhängen muss erstmal das Umfeld stimmen. Vögel kommen nur dann zahlreich zu euch, wenn sie genug Nahrung finden. Jeder Vogel steht auf etwas anderes: Die einen lieben auf ihrem Teller saftige Beeren die anderen brauchen Samen von Gräsern und alle zusammen stehen sie total auf Insekten. Hecken, Büsche, Bäume und Sträucher sind nicht nur als Nahrungsquelle äußerst wichtig, sondern sie dienen den Vögeln auch als zuhause. Wer also die Möglichkeit hat kann eine Hecke anlegen oder eben wenigstens einzelne der hier genannten Pflanzen bei sich ausbringen: Brombeeren – Kornelkirsche – Schwarzer Holunder – Hasel – Weißdorn – Vogelbeeren – Linguster – Stechpalme – Schlehe – Vogelkirsche. Oder ihr lasst die Wand eures Gartenhauses mit Efeu einwachsen. Das sieht toll aus und ist für die Vögel ein weiteres gemütliches Plätzchen.

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Eine Vogeltränke ist nicht nur super, weil es wahnsinnig viel Spaß macht, die kleinen Vögel beim Planschen zu beobachten. Es ist wichtig für die Tiere, da auch sie etwas zu trinken brauchen. Beim Aufstellen unbedingt drauf achten, dass sie hoch genug steht oder hängt, damit Katzen keine Chance haben.

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Ein paar wilde Ecken müssen her! Im Herbst solltet ihr das Laub nicht sofort aufsammeln, sondern besser liegen lassen. Falls es euch aber stört, dann einfach an einen Ort im Garten schaffen, wo ihr es vielleicht nicht direkt vor der Nase habt. Darunter finden die Vögel nämlich allerlei Leckereien. Ich bin schon das ein oder andere Mal kurz erschrocken, weil es in meiner Hecke so laut geraschelt hat, als würden dort auf einmal 10 Fremde stehen, dabei war es nur eine Amsel auf Futtersuche.

Auch Verblühtes sollte nicht sofort ratzeputz abgeschnitten werden. Von den Samenkörnern der Ringelblumen oder Cosmeen naschen Vögel gerne mal.  Auch ein Totholzhaufen ist ein gern gesehener Unterschlupf für Zaunkönig oder Rotkehlchen. Außerdem sind im Holz bald schon jede Menge Insekten zu finden – von wegen tot – der Haufen steckt voller Leben!

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Apropos Haufen: Ein Komposthaufen ist nicht nur für uns Gärtner gold wert! Viele der Vögel können mit den pflanzlichen Abfällen noch etwas anfangen und zerpflücken diese gerne. So geht´s mit der Kompostierung gleich noch schneller voran!
Ganz viel Freude macht es natürlich, ein paar Nisthilfen anzubringen. Es ist erstaunlich, wie schnell diese von den Vögeln entdeckt werden. Neulich ist nach nur wenigen Stunden bereits eine  Kohlmeise eingezogen.

Nun wünsche ich euch ganz viel Freude beim Vögel beobachten und zählen!

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Fotos by Tim Sonntag

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