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Garten Fräulein´s Wurzeln

Immer wieder werde ich gefragt, woher ich das mit dem Gärtnern eigentlich alles weiß. Ob ich mir das angelesen haben, Kurse besuche oder eine Ausbildung in dem Bereich gemacht habe. Klar schlage ich mal etwas in eine Buch nach oder frage andere Gärtner um Rat. Wenn man aber weiß, wie und wo ich aufgewachsen bin lautet die Frage wohl eher, wie man da nicht eine Leidenschaft für Garten, Natur und Nachhaltigkeit entwickeln kann.  Um den Fragen ein Ende zu bereiten und Licht ins Dunkel zu bringen nehme ich Dich mit, auf eine Reise zu meinen Wurzeln.

Holunder
Das in der Mitte bin ich. Gemeinsam mit meiner Schwester und meiner Mutter verarbeiten wir hier die Holunderblüten.

Wie die Kinder aus Bullerbü

Dazu geht es in die Nähe der mittelfränkischen Kleinstadt Ansbach. Dort bin ich in einem 60 Seelen Dorf zwischen meiner älteren Schwester und 3 Nachbarskinder aufgewachsen. Umgeben von Wäldern, Wiesen und Feldern. Das klingt jetzt total schmalzig, aber es war echt so!
Unsere größte Leidenschaft galt dem draußen sein, dem Lager bauen, dem im Bach herumtollen bis die Gummistiefel überschwappten. Meine Kindheit war geprägt von Erlebnissen in der Natur. Suppe aus Gras und Stöckchen wurde gebraut, mit einem stumpfen Messer geschnitzt und im Maisfeld umhergestreift. Für mich hat draußen zu sein schon früh bedeutet frei zu sein. Bis heute hat sich an dem Gefühl nichts geändert. Erst im Garten, im Wald oder auf der Wiese fühle ich mich wirklich lebendig.

Gartenbegeisterte Eltern

Da meine Eltern einen großen Nutzgarten hatte war es für mich das normalste der Welt, dort mit anzupacken. Es hat sich ja nie wie Arbeit angefühlt, sondern war ein großer Spaß. Eine Kartoffel hat Mama ins Loch geschmissen, die andere meine Schwester und dann wieder ich – schwups schon waren die Kartoffeln gesteckt. Noch mehr Freude hat natürlich das Ernten bereitet. Meine Güte es geht wirklich nichts über den Geschmack von kleinen jungen Möhren!

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Als Teenager habe ich Ringelblumen gesammelt und daraus Creme gemacht.

Rückblickend glaube ich, dass es meine Mama wohl einfach sehr gekonnt angestellt hat, wie sie uns so mit in den Garten eingebunden hat. Wir waren schließlich auch ihre kleinen Pflänzchen, die sie liebevoll hegte und pflegte. Völlig von selbst wollten wir Mädels irgendwann unsere eigenen Beete bewirtschaften. Als wir älter wurden haben wir sogar einen extra abgetrennten kleinen Garten bekommen!

Der Bauernhof meiner Oma

Nicht vergessen zu erwähnen darf ich an dieser Stelle den kleinen Bauernhof meiner Oma. Sie hatte im Nachbardorf noch bis Mitte der 90iger ein paar Kühe, Schweine, Hühner und Hasen. Zum Milch holen sind wir dort beinahe täglich vorbei gekommen. Außerdem wurde jedes Jahr Heu gemacht und wir mussten in den Rüben-Acker (das war allerdings kein Vergnügen für mich). Jedes Jahr wurde eines der Schweine geschlachtet. Für mich war es das normalste der Welt. Ich bin dankbar, dass ich all das, was zu Landwirtschaft und Tierhaltung damals dazu gehört erleben durfte.

Kurz vor dem Ziel falsch abgebogen

GartenAls ich älter wurde und es darum ging in der Schule Praktika zu absolvieren hatte ich mich tatsächlich für eine Woche in der Gärtnerei entschieden. Es war unfassbar schön. Doch leider gab es damals keinen Ausbildungsplatz und bereit umzuziehen war ich noch nicht. Somit also erstmal weiter Schule machen. Nachdem ich das Fachabitur in der Tasche hatte ging ich tatsächlich nochmal für ein Praktikum zu einer Kräutergärtnerei in die Nähe von Stuttgart. Leider wurde ich dort als billige Erntehelferin ausgenutzt was mich zum vorzeitigen beenden gebracht hat. Irgendwie sollte es wohl alles nicht sein, denn ich habe mich dann für einen ganz anderen Weg entschieden und Medienmanagement studiert. Das Gärtnern zum Beruf zu machen hatte ich abgehackt, aber wirklich los gelassen hat es mich nie.

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Damals gab es noch keine Blogs, also habe ich eben alles in ein Buch geschrieben.

In meiner Studenten-WG wurden die Fensterbretter bepflanzt und Seedballs gerollt. Auch bei der Gründung einer Urban Gardening Gruppe war ich aktiv mit dabei. Schließlich hat sich sogar die Chance ergeben günstig an einen Schrebergarten zu kommen. Mein Garten-Glück war perfekt!

Garten Fräulein entsteht

Mit dem Eintritt ins Berufsleben (2013) habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass mich das Arbeiten im Büro nicht glücklich macht – das ist noch milde ausgedrückt. Doch in der dunkelsten Zeit, kam das Garten Fräulein in mein Leben. In meinem ersten Job, der mich schier zur Verzweiflung gebracht hat, ist dieses wunderbare Blog-Projekt entstanden. Alles Schlechte hat eben doch auch etwas Gutes. Im Herbst 2016 habe ich mich dann schließlich als Gartenbloggerin selbstständig gemacht und bin mit dieser Entscheidung nach wie vor sehr glücklich und zufrieden. Es ist die beste Verbindung aus meinem vorherigen Berufsleben im Onlinemarketing und meiner Leidenschaft dem Gärtnern.

Bauerngarten

Danke euch

Der Schritt in die Selbstständigkeit wäre ohne euch, meine lieben Leser nicht möglich! Danke, dass ihr so fleißig kommentiert, liked und teilt! Ich bin unendlich dankbar, wie sich mein Leben durch Garten Fräulein verändert hat.

Kategorien Allgemein Fräuleins Garten Fräuleins Welt

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Garten Fräulein

Das Garten Fräulein, Silvia Appel, lebt ihre Leidenschaft für Natur, Garten und Balkon seit über fünf Jahren auf ihrem gleichnamigen Blog. Die Kindheit auf dem Land und das Aufwachsen im elterlichen Nutzgarten hat Silvia stark geprägt. Mittlerweile bloggt sie hauptberuflich, hat mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt einen Onlineshop.

6 Kommentare zu “Garten Fräulein´s Wurzeln

  1. Avatar

    Ich bin froh das es deinen Blog gibt und du noch immer freude daran hast für uns zu bloggen. Falls du mal wiederin Berlin bist, würde ich mich freuen wenn du mich auf unserem neuen Gelände besuchen kommst. Schon viel zu lange her wodu bei uns warst.Liebe grüße Oliver

    • Garten Fräulein

      Einen schöner Beruf könnte ich mir nicht vorstellen 🙂
      In Berlin bin ich tatsächlich kaum unterwegs…schade aber ich hoffe es klappt bald mal wieder mit einem Besuch

  2. Avatar
    Johannes Haeffner

    Schön geschrieben! Ich habe mir manchmal schon gedacht, war um Sie nicht Gärtnerin geworden sind oder etwas in diese Richtung studiert haben…. Ich lese ihren Ihren Blog sehr gerne. Machen Sie weiter so!

    LG
    Johannes

  3. Avatar

    Falsch abbiegen, tut man Gott sei Dank nur einmal! Mir ging es genauso. Nun fahren wir Kurs 🙂 Alles Liebe…

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