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Gemüse, Kräuter und Blumen vorziehen

Was gibt es Schöneres, als nach der Arbeit endlich die ersten Garten-Aufgaben zu erledigen? Es juckt mich schon die ganzen letzten Tage über in den Garten-Fingern aber man sollte nicht zu früh mit der Anzucht beginnen, denn da hat am Ende keiner was davon. Die Pflanzen werden sonst schwach und krank und man selbst traurig, weil man viel Liebe und Mühe in die Setzlinge gesteckt hat. Also besser bis März warten!

Material

Pflanzen vorziehen – Das solltet ihr wissen
Nicht jedes Samenkorn möchte die selbe Behandlung. Die einen sind Kaltkeimer, die anderen wollen Licht und wieder andere möchte es möglichst warm. Um euren Setzlingen die idealen Startbedingungen zu geben ist hier ein kurzer Überblick:

Lichtkeimer
Wie man schon vermuten kann möchte es diese Samengruppe hell. Das heißt im Klartext, das die Samenkörner nicht mit Anzuchterde bedeckt werden dürfen, sondern ein Plätzchen an der Oberfläche erhalten. Zu ihnen gehören Kopfsalate und viele Kräuter wie Basilikum, Kresse, Melisse, Pfefferminze und Rosmarin aber auch jede Menge Blumensorten. Ihre Samen sind klein & fein und damit auch die späteren Keimlinge, die daraus wachsen. Es fehlt ihnen schlicht die Kraft aus tieferen Erdschichten ihren Weg nach oben ans Licht zu bahnen. Beim Aussäen deshalb die Samen nur leicht auf die Erde geben und andrücken. Damit sie nicht austrocknen ist es hier besonders wichtig, eine Klarsichtfolie über die Anzucht zu legen oder direkt im Beet mit einem Gartenvlies zu arbeiten. Zur Not kann eine ganz dünne Schicht Sand über den Samen ausgebracht werden. Durch diese feinen Körner kommen sie einfacher hindurch.

Warmkeimer
Diese Samenkörner lieben es kuschlig warm und fühlen sich im gut geheizten Wohnzimmer pudelwohl. Nur mit entsprechender Wärmeversorgung fangen sie an zu keimen. Viele Gemüsesorten wie Tomate, Paprika und Chili gehören dazu und bevorzugen Temperaturen von 18-20° C. Im Gegensatz zu den Lichtkeimern werden diese Sorten auch mit Erde abgedeckt – als Faustregel gilt: je größer der Samen, desto tiefer will er in die Erde.

Kaltkeimer
Bei der Anzucht von Gemüse kommt diese Gruppe eigentlich nicht vor, aber der Vollständigkeit halber möchte euch diese Info dennoch geben. Vor allem Baumsamen, Zwiebelblumen und Knollen keimen erst nach einer Kälteperiode. Darum bringt man die Zwiebeln der Frühlingsblüher auch schon im Herbst in den Boden. Ein schlauer Trick ist es z.B. Baumsaatgut für 24 Stunden ins Kühlfach zu legen und so die Natur zu simulieren – klappt auch.

Thymiansamen

So zieht ihr euer eigenes Gemüse, Kräuter und Blumen vor
Zuerst benötigt ihr dafür Anzuchterde. Das ist eine Erde, die ganz frei von Keimen ist. Es finden sich in ihr keinerlei Rückstände von anderen Pflanzen, keine Mikroorganismen oder Pilzsporen. Aber warum nimmt man nicht ganz normale Erde aus dem Garten? Ganz einfach, auf Grund der Keimfreiheit und der wenigen Nährstoffe erhöht der Einsatz von Anzuchterde die Wahrscheinlichkeit, dass die Samen gut keimen und sich zu stattlichen Pflänzchen entwickeln können.
Nun müssen noch Anziehtöpfchen her. Hier könnt ihr euch entweder welche kaufen oder zum Beispiel auf leere Eierkartons zurückgreifen. Auch aus Zeitungspapier (Anleitung) oder halbierten Klorollen lassen sich wunderbar Anzuchttöpfchen bauen. Vielleicht entdeckt ihr noch weitere Recycling-Möglichkeiten?!

Aber was soll nun in den Topf? Überlegt euch bei der Auswahl der Samen, was ihr vorziehen möchtet, wie viel Platz euch in der Wohnung zur Verfügung steht und was ihr euch zutraut, selbst vorzuziehen.
Vielleicht habt ihr bereits Saatgut vom Vorjahr oder ihr besorgt euch Neues. Achtet darauf, möglichst samenfestes Saatgut zu verwenden. Dieses vererbt seine Eigenschaften weiter und ist uneingeschränkt vermehrbar. Hybrides Saatgut dagegen, welches ihr überwiegend im Handel findet, liefert im ersten Jahr zwar gute Erträge, aber lässt sich nicht weiter vermehren. Mehr Infos findet ihr hier.

Fertig

Los geht es mit der Aussat
Schnappt euch ein Samenpäckchen und werft einen Blick auf die Rückseite. Auf dieser finden sich alle wichtigen Infos, die euch die Arbeit erleichtern. Nun etwas Erde in die Anzuchttöpfchen geben, leicht rütteln, damit sich die Erde setzt und ggf. nochmal ein wenig Erde nachfüllen. Als nächstes kommen die Samen hinein. Je nach Größe des Anzuchtgefäß kann man davon einen oder mehrere Samenkörner hinein geben. Pikieren musst du später so oder so, da eine andere Erde für das weitere Wachstum her muss. Zum Schluss, je nach Wunsch der Pflanze, eine dünne Schicht Anzuchterde drauf geben und das Ganze noch angießen.

Jetzt heißt es warten und immer schön feucht halten. Damit ihr auch in einem Monat noch wisst, welches Gemüse in welchem Töpfchen steckt, solltet ihr euch Schildchen schreiben. Ich habe dafür einen Joghurtbecher zerschnitten und mit dem Aussaatdatum sowie der Sorten festgehalten. Viel Spaß wünsche ich euch!

Salbei2

Kategorien Anzucht Fräuleins Garten

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Garten Fräulein

Das Garten Fräulein, Silvia Appel, lebt ihre Leidenschaft für Natur, Garten und Balkon seit über fünf Jahren auf ihrem gleichnamigen Blog. Die Kindheit auf dem Land und das Aufwachsen im elterlichen Nutzgarten hat Silvia stark geprägt. Mittlerweile bloggt sie hauptberuflich, hat mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt einen Onlineshop.

17 Kommentare zu “Gemüse, Kräuter und Blumen vorziehen

  1. Avatar

    Hab neulich auch das erste Saatgut verpflanzt und heute bemerkt, dass es schon wächst. Gehe jetzt immer ganz gespannt zu den Schalen. Das weckt schonmal die Vorfreude, auf die Zeit, wenns dann ins Bett kann, finde ich 🙂

  2. Avatar

    Ich bin auch schon fleißig am Aussäen. Es ist einfach jedes Jahr wieder schön zu sehen, wenn alles wächst. Eine Gartensaison ohne selbst vorgezogenes Gemüse – nicht vorstellbar 🙂

    lg kathrin

  3. Avatar

    Liebe Silvia,
    Den Samen habe ich schon gekauft, bin aber noch nicht zum Aussähen gekommen. Bei uns im Garten stehen dieses Jahr auch wieder größere Umbaumaßnahmen an ;). Ich habe Salatsamen gekauft, will mal testen ob es klappt.
    viele Grüße
    Lilli

  4. Avatar

    Hi!
    Ich nutze jetzt schon die zweite Gartensaison Perlite statt Anzuchterde. Läuft auch unter dem Namen „Trockendämmschüttung“ und gibt es für wenig Geld in riesengroßen Beuteln im Baumarkt. Das speichert Wasser super, ist steril und hat absolut keine Nährstoffe, regt also die Wurzelbildung gut an. Durch die grobkörnige Struktur kommt auch mehr Luft an die Wurzeln als es bei Erde der Fall ist. Salat sät man natürlich lieber direkt ins Beet / Topf und vereinzelt gegebenenfalls später 🙂 Anzuchterde kann man aber alternativ auch im Backofen herstellen. Hitze tötet alles an Keimen und Pilzen.

    Viele Grüße,
    Michael

  5. Avatar

    Einfach & hilfreich; genau das, was ich gesucht habe. Ich leg los. <3

  6. Avatar
    Oliver Borres

    Ich werde dieses Jahr nur Tomaten vorziehen, alles andere kommt direkt in die Töpfe auf meinem Balkon. Letztes Jahr habe ich die Samen Mitte März gesät, es war aber etwas zu früh, was sich auf das Wachchtum meiner Tomatenpflanzen auswirkte. Sie waren schneller als bei allen anderen schon erntereif, es kamen dann aber leider keine mehr nach. Deshalb warte ich dieses mal bis Ende März. LG

    • Garten Fräulein

      Lieber Oliver,

      ich glaube, jeder muss da für sich selbst den richtigen Aussaat-Zeitpunkt finden. Schließlich hat auch jeder andere Bedingungen bei sich in der Wohnung. Ich werde Anfang März mit Chili und Paprika starten und dann geht es gegen Mitte März weiter mit den Tomaten. Viel Freude dir beim Anziehen und liebe Grüße
      Silvia

  7. Avatar

    Hui… du bist aber früh… ich fange erst immer am 15. März an auszusehen.
    8 Wochen vor der kalten Sophie. Einjährige Sommerblumen säe ich bis zum 15. Juli alle 4 Wochen noch einmal nach.
    So habe ich den ganzen Sommer frische Schnittblumen…..
    dann bin ich immer ganz aus dem Häuschen, wenn ich einen ganzen Arm voll Blumen abschneiden kann 🙂
    Bei deinen schönen Bildern kann ich mich allerdings kaum zügeln auch loszulegen 🙂
    Liebe Gartengrüße
    Vita

    • Garten Fräulein

      Hallo liebe Vita, noch geht es ja nicht los. Ich habe ja oben geschrieben, dass man nicht vor März anfangen sollte aber ich das Anziehen jetzt gerne schon mal zeigen möchte. Die Schnittblumen, vor allem die Cosmeen säen sich bei mir stetig auf´s Neue aus. Auch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist das Blumensträuße pflücken 🙂

      Ganz liebe Grüße zu Dir
      Silvia

  8. Avatar

    Da hast du wirklich recht,viele Samen brauchen sehr unterschiedliche Pflege und Behandlung,es ist wirklich nicht leicht allen Saemlingen gerecht zu werden.Aber dieses Jahr habe ich viele tolle Pläne an die sich Hummeln und co. Wieder einmal sehr erfreuen dürften☺️😆😊

  9. Avatar

    Ich werde auch im März mit der Anzucht beginnen. Auf Instagram habe ich schon so viele Fotos von kleinen Pflänzchen gesehen, dass ich ganz neidisch war und kurz überlegt habe, dieses Jahr schon früher zu beginnen. Aber du hast Recht! Ein zu früher Start führt zu schwachen, kränklichen Pflanzen. Also etwas Geduld noch… 🙂
    Liebe Grüße,
    Carina

    • Garten Fräulein

      Ja, ich weiß genau was du meinst. Man sieh all die kleinen Setzlinge und will dann auch sofort loslegen. Aber ich weiß, dass ich keine gesunden Pflanzen bekommen, wenn ich zu früh bekommen. Deswegen heißt es stark bleiben 🙂

  10. Avatar

    Liebe Silvia ! Heute, am 3.Februat 2019 sieht unsere Stadt tiefverschneit überhaupt nicht einladend nach Blumen, Gemüse und sonstigem aus. Bäh ! Aber ich werde schon mal leere Clorollen sammeln und bis zum 15.März sicherlich ein paar davon mit Zeitungspapier umhüllt kriegen. Und dann geht’s los ! Der Termin ist im Kalender rot angestrichen!
    Meine Tulpenzwiebeln habe ich im Spätherbst in zwei große Plastikkübel gesetzt und ein Mäntelchen mit Noppenfolie darum gewickelt. Im vergangenen Frühjahr waren durch die späten tiefen Fröste die Tulpen in den Betonkästen trotz einer Größe von 30×30 cm erfroren. Weil sie in dem warmen Februar schon fleißig getrieben hatten.
    Zur Zeit ernte ich in meinem neuen Hochbeet hinter der Balkonverglasung aber noch fleißig Feldsalat und Blattpetersilie. Und ab und zu eine frische Knofi. Köstlich !
    Na ja, das Allgäu kommt halt später als so eine wame Weinbaugegend wie Würzburg. Geduld ist angesagt. Tschüß, Sibylle

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