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Bokashi – Fermentiertes für deine Pflanzen

Werbung/ Fermentiertes Gemüse ist seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch und mittlerweile total angesagt. Das Sauerkraut hat seinen angestaubten Ruf längst verloren und auf diversen Foodblogs sieht man fermentierte leuchtende Radieschen, Karotten oder ganz zu schweigen vom Megatrend „Kimchi“. Kein Wunder, dass das Fermentieren nun auch Einzug in unsere Gärten hält. Was sich hinter Bokashi verbirgt und warum es sich lohnt, Gemüseabfälle zu fermentieren möchte ich dir gerne in diesem Artikel erklären.

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Der Bokashi-Eimer ist luftdicht verschließbar, enthält ein Sieb und einen Ablasser für die Flüssigkeit.

Bokashi – was man zur Herstellung benötigt

Der Begriff kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „fermentiertes, organisches Allerlei“. Wie praktisch, denn in der Küche fällt reichlich an Bioabfällen an, die nun in den Bokashi-Eimer wandern. Der Eimer, den ich zum Testen von der Firma Multikraft bekommen habe, ist speziell für den Vorgang des Fermentierens von Küchenabfällen gemacht. Außerdem benötigt man noch EM Aktiv, eine Sprühflasche und Bokashi getrocknet oder RoPro Streu.

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Die bei der Fermentierung entstandene Flüssigkeit sollte man einmal die Woche ablassen und kann diese hochverdünnt zum Düngen verwenden.

So stellst du Bokashi-Kompost her

Praktisch ist es, wenn du dir den Eimer in deine Küche stellst, denn der Fermentierungsprozess läuft bei einer konstanten Zimmertemperatur von ca. 20 Grad am besten ab. Nachdem der Eimer komplett gefüllt ist, dauert es rund drei bis vier Wochen, bis du den Bokashi-Kompost verwenden kannst.

    • Deine organischen Abfälle wie Obst- und Gemüseschalen, Apfelputzen, Teebeutel, Kaffeesatz, usw. werden zerkleinert in den Bokashi-Eimer gegeben. Je kleiner desto besser.
    • Gib eine Schicht des zerkleinerten Bioabfalls in den Eimer (3-5 cm)
    • Anschließend besprühst du die Abfälle mit der EM-Lösung, sodass der Abfall gut feucht wird aber nicht zu nass. Rund 4 bis 6 Pumpstöße reichen aus.
    •  Zur Geruchsbindung kommt eine Handvoll Bokashi getrocknet oder RoPro Streu hinzu.
    • Einmal pro Woche sollte man die beim Gärungsvorgang entstehende Flüssigkeit über den Ablaufhahn abfließen lassen. Diese Flüssigkeit kannst du im Mischverhältnis 1:1000 als Bio-Flüssigdünner für deine Pflanzen verwenden.
    • Wenn der Eimer komplett gefüllt ist, muss der Inhalt für rund einen Monat „bokashieren“. 

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Wie verwendet man den fertigen Bokashi-Kompost?

Vorweg eine wichtige Info: Beim Vorgang des Fermentierens entsteht kein Kompost, wie du ihn aus dem Garten kennst. Die Bioabfälle sind lediglich fermentiert, was eine Vorstufe des späteren Verrottungsprozesses darstellt. Das fertige Bokashi hat einen sauren PH-Wert, weshalb man darauf achten muss wo und wie man das Material anwendet:

  • Pflanzen die von Natur aus einen sauren Boden bevorzugen können direkt mit dem Bokashi-Kompost versorgt werden. Beerensträucher oder auch Moorbeet-Pflanzen wie Rhododendron oder Heidelbeeren freuen sich darüber, wenn man das Material im Wurzelbereich verteilt und leicht eingräbt.
  • Den Bokashi kannst du im Frühjahr für das Vorbereiten deiner Gemüsebeete verwenden. Das fertige Bokashi-Material mischst du dazu mit einer Handvoll Urgesteinsmehl. Mindestens 14 Tage vor der Bepflanzung wird der Bokashi in den Beeten ausgebracht und am besten noch mit EM Aktiv-Lösung angegossen.
  • Starkzehrer (z.B. Tomaten) können direkt mit dem Bokashi gedüngt werden. Dazu im Abstand von rund 20 cm eine Rinne im Beet ausheben, den Bokashi dünn ausbringen und eingraben.
  • Mach deinen Komposthaufen noch reichhaltiger! Das fermentierte Material kann auch wunderbar auf dem Komposthaufen ausgebracht werden. Vor allem ab dem Spätherbst ist das eine gute Sache, da man spätestens ab dem Winter den Bokashi nicht mehr in den Beeten ausbringen kann.
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Diese Vorteile bringt Bokashi-Kompost mit sich

Durch den Einsatz von effektiven Mikroorganismen (mehr dazu erfährst du hier) die in der aufgesprühten Flüssigkeit enthalten sind wird aus dem eh schon hochwertigen fermentierten Material ein wahrer Power-Cocktail für deine Pflanzen!

  • Anders als vielleicht erwartet entsteht kein beißend säuerlicher Geruch bei der Fermentation. Daher kann der Bokashi-Eimer auch problemlos in der Wohnung stehen.
  • Dein Biomüll bekommt ein zweites Leben und landet nicht in der Tonne. So leistest du einen tollen Beitrag zum Umweltschutz.
  • Du sparst Geld, da du dir selbst einen hochwertigen Dünger herstellst.
Kategorien Allgemein Gartentipps

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Das Garten Fräulein, Silvia Appel, lebt ihre Leidenschaft für Natur, Garten und Balkon seit über fünf Jahren auf ihrem gleichnamigen Blog. Die Kindheit auf dem Land und das Aufwachsen im elterlichen Nutzgarten hat Silvia stark geprägt. Mittlerweile bloggt sie hauptberuflich, hat mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt einen Onlineshop.

7 Kommentare zu “Bokashi – Fermentiertes für deine Pflanzen

  1. Dorit sagt:

    Kann ich für den Bokashi statt des EM auch Sauerkrauttrunk verwenden?

  2. Das kann ich dir leider nicht sagen, da ich keine Ahnung haben, welche Eigenschaften dieser Trunk hat….am besten du fragst da mal direkt beim Multikraft nach

  3. Tom sagt:

    Ja, grundsätzlich kann man alles, was zur Fermentierung geeignet ist verwenden. EM sind oft nur völlig überteuert. EM ist halt eine „optimale“ Mischung der verschiedenen Bakterien für die Fermentation (der Hauptbestandteil sind normalerweise Milchsäurebakterien, Cyanobakterien und Hefepilze).
    Aber, es geht natürlich genauso, wenn auch nicht so völlig optimal mit:
    Brottrunk, Sauerkrauttrunk, frischem Sauerteig, sauer gewordener Milch (Achtung – darf nicht Bitter schmecken, sondern wirklch „sauer“ geworden sein.).

  4. Waltraud Valtiner sagt:

    Ich habe einen Bokashi Eimer gerade voll. Momentan kann ich diesen nicht direkt verwenden. Knnich den Inhalt nach gut einem Monat in Tontöpfefüllen und an einem geeignetenOrt Austellen. Dann hätte ich im nächsten Frühjahr einen super Dünger

  5. Damit habe ich leider keine Erfahrung….ich weiß nicht ob das mit der langen Lagerung gut geht. tut mir leid

  6. Melanie sagt:

    ich packe Bokashi (mit etwas Erde (eine Schaufel)) in einen Tontopf (ohne Loch) und drehe ihn direkt an der Pflanze um (stelle ihn auf die Erde. So kann bei der Vererdung gleich alles in den Boden sickern – manchmal (je nach Temperatur) dauert die Vererdung etwas länger, aber die Pflanzen bekommen ganz langsam ihre Nährstoffe und haben im Frühjahr quasi Kompost oben drauf (verteile es dann um die Pflanze)

  7. Katha sagt:

    Hallo,
    ich nutze seit fast 2 Jahren Bokashi im Garten. Letztes Jahr hatte ich ganz vereinzelt auch einmal eine Assel im Garten. In diesem Jahr sind an meinen Rote Bete und Gelbe Bete massiv Asselnester und teilweise sogar Fraßschäden, wo +-10 Asseln in Rillen an den Knollen sitzen. Die Bete sind von mir gesät, also nicht als Setzlinge gekauft. Meine Vermieterin, von der ich dieses Gartenstück letztes Jahr übernommen habe sagt sie habe so etwas noch nie gesehen. Ich habe keinen Grund daran zu zweifeln und ihr eigener Garten ist direkt im Anschluss und dort gibt es dieses Problem nicht.
    Habt ihr eine Idee was man da tun kann? Kann es sein, dass der Bokashi die Asseln anzieht?
    Ich weiß, das ist eine für eure Seite etwas ketzerische Frage, aber ich wäre echt für Hilfe dankbar.
    Liebe Grüße
    Katha

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